NACHRUF AUF Hans-Georg Hofmann

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Nachruf der Ritter des Eulenordens „Närrische Weisheit“ zum Tode von Hans-Georg Hofmann – verstorben am 16. Januar 2021, wenige Tage nach seinem 93. Geburtstag.
„Mein Feuer? Das brennt noch, mein Lieber!“ So überschrieb die Familie die Grußworte zu seinem 90. Geburtstag. Heute ist Hans-Georg Hofmann im Alter von 93 Jahren verstorben und die Ritter des Eulenordens trauern über den herben Verlust ihres Mitgliedes, das 1983 als 41. Ritter in den Eulenorden aufgenommen wurde und Senator in etlichen Karnevalsgesellschaften war.
Jahrzehnte stand er der Jury für den Preis des Eulenordens früher Wagenpreis oder Walter­Buhrow-Preis genannt vor. Es war für ihn eine Herausforderung mit Kopfzerbrechen oder Adrenalin pur, sich für die besten Wagen im großen City-Zug des Hauptausschusses Groß­Oberhausener Karneval einzusetzen. Er wies immer lobend daraufhin: ,,In den Umzugswagen der Gesellschaften steckt viel Handarbeit, die es gerecht zu bewerten gilt.“

Ausreden? Gab’s nicht! Auszeiten? Nicht dran zu denken. Mehr als eine Ewigkeit stand Hans­Georg Hofmann immer für andere parat und war mit Herz und Verstand genau da zur Stelle, wo Gott ihn auf Erden am meisten brauchte: in der Oberhausener Gesellschaft und Kirchengemeinde. Eigentlich wollte er sich nach der Feier der Vollendung des 90. Lebensjahres ganz seiner zweiten Berufung widmen: der Rolle als Ehemann, Papa, Opa und seit August 2020 auch als Uropa.

Doch wer das glaubte, sah sich getäuscht. Auch nach dem 90. Geburtstag lebte der Familienvater, Kirchen-, Menschen-, Karneval- und Musikliebhaber, der auch Firmenchef einer mittelständischen Sanitär- und Eisengroßhandlung war, diese Aktivitäten weiter: nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten bis hin zum Sterbebett In seinem beruflichen Leben galt seine Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft auch der Eingliederung von ausländischen Mitbürgern sowie den Langzeitarbeitslosen oder auch der kontinuierlichen Ausbildung von jungen Menschen.
Was mache ich, was lasse ich bleiben!? Diese Frage stellte sich Hans-Georg Hofmann ständig. Doch gelassen hat er das Wenigste.
Hans-Georg Hofmann war einer der „Großen“ im Wirtschaftsleben der Stadt und des Oberhausener Karnevals. So zielbewusst, wie er beruflich sein Leben in die Hand nahm, engagierte er sich auch in der katholischen Kirche, in der Schule, im Gesangsbereich und im Karneval. Überall, wo er gebraucht wurde, konnte man auf seine Hilfe und Unterstützung rechnen auf den leidenschaftlich Tätigen ohne Rast und oft auch ohne Ruh.

Auch im hohen Alter von 93 Jahren verfolgte Hans-Georg Hofmann diesen Diskurs, auch wenn er durch die ständigen Dialysebehandlungen die Dinge oft nicht mehr prägen konnte. Aber mit seiner Schreibmaschine und dem Telefon war er weiter nahe an der Realität. Bei verschiedenen Gesprächsbesuchen nannte er die Themen aus der Kirche und der Stadt und bewies, dass er nahe am aktuellen Geschehen war. Er dokumentierte den Oberhausener Karneval bis zur letzten Stunde. Seine gesammelten Werke über den Oberhausener und den Rheinischen Karneval, insbesondere den Eulenorden, übergab er jährlich mit Stolz und der Bemerkung: ,,Ich bin, wenn ich auch nicht immer dabei war, einer von Euch, ,,ein christlicher Narr.“ Seine Einschätzungen beachteten wir im Eulenorden, schließlich brachte er auch die wirtschaftlichen Kompetenzen über sein Unternehmen „Lohmar und Meiler“ mit.
Wichtig waren für uns die Hintergründe, die er zu mancher Entwicklung vorausschauend prognostizierte.
Für ihn war es unverzichtbar, dass Kirche und auch Karneval immer mit und für die Menschen gestaltet werden müssten, sonst käme, so meinte er, sowohl das eine wie das andere für die Menschen zu kurz.

Hans-Georg Hofmann war immer da, wenn ihn die Menschen im Karneval oder in der Kirche brauchten. Und der Karneval brauchte ihn oft. Man bedenke nur, dass die Wagen von Lohmar und Meiler von vielen Gesellschaften über Jahrzehnte genutzt wurden.
Man hatte bei Hans-Georg Hofmann den Eindruck, er stände den Menschen über 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Von den Begriffen Zeitdruck und Zeitvertreib hielt er nichts. Sein Argument war: Man kann die Zeit nicht wegschicken, fortjagen! Man muss die Zeit im Griff haben und sich über die Zeit für eine Dienstleistung an andere entscheiden.
Viele Vereine, viele Menschen in der Stadt sahen in Hans-Georg Hofmann einen großartigen religiösen Menschen, der viele Dinge vorbildlich in der Stadtgesellschaft prägte. Im Übrigen war er ein großer Freund des Humors.

Die Orgel spielte er sprichwörtlich mit Hand und Fuß. Die Zeit für das gottesdienstliche Orgelspiel in den verschiedenen Kirchen von Alt Oberhausen oder für den Kirchenchor der HI. Familie ließ er sich nicht nehmen. ,, Gottes-Dienst“ mit der Musik war ihm eine tägliche Herzensaufgabe. Im Karneval hatte die leichte Lesbarkeit von Noten Vorrang vor dem originalen Notenbild. Sah er bei einer Sitzung des Eulenordens ein Klavier, so wussten alle die Noten einzuschätzen: ,,So ein Tag, so wunderschön wie heute …. “
Ausgezeichnet mit vielen Orden- und Ehrenzeichen aus Staat, Gesellschaft und Karneval, aber insbesondere auch der Kirche, hat Hans-Georg Hofmann nun seinen irdischen Lebensweg beendet. Und wenn er sich in der letzten Zeit verstärkt bei Besuchen zur Endlichkeit des Lebens äußerte, dann doch auch stets mit dem Blick auf die Dinge, die ihm noch am Herzen lagen. Zuletzt ging es ihm dabei um das Fortbestehen des Ökumenischen Kirchenzentrums am Centro, für das er jahrelang Verantwortung und von Beginn an großes Engagement zeigte.

Das, was er zuletzt in einem Gespräch propagierte, war: ,, Wir in der Familie sind ein eingeschworenes Team, das alle Klippen im Leben gemeinsam hinter sich gelassen hat. Dieses Glück ist mit nichts aufzuwiegen.“ Er bezog es insbesondere auf seine liebe Frau Rose/, die drei Kinder, vier Enkelkinder sowie das Urenke/kind.
Er möge ruhen in Frieden.

Walter Paßgang
Präsident