NACHRUF AUF Ewald Lammert

Verfasst am

Am Sonntag, 29. November 2020, verstarb im Alter von 87 Jahren das Mitglied des Eulenordens „Närrische Weisheit“ Ewald Lammert.
Mit Ewald Lammert hat der Eulenorden eine Persönlichkeit verloren, die Vorbildfunktion hatte; er bewies stets ein Gespür für Freundschaft, war ein
empathischer Mensch, der auch Emotionen zu ließ. Der Abschied von ihm berührt die Mitglieder des Eulenordens deshalb umso mehr.
Ewald Lammert wurde als Geschäftsführer und Gesellschafter der August Heine Baugesellschaft mbH & Co. KG in den Eulenorden berufen. Beim Festakt wurde
anstelle des Wortes zum Sonntag die „Baupredigt“ gehalten. Es passte zu ihm. Oft heißt es am Bau: „Wie schön, dass wir schon so weit sind, was jetzt noch kommt, ist
halb so wild“, was sich auch unter seiner Ägide realisieren ließ. Ewald Lammert hatte gelernt, die Kelle zu führen. So sollte er auch mit dem Eulenorden das Narrenzepter
schwingen. Wir feierten „Richtfest“, schlugen den letzten Nagel in ein Werk, bei dem er selbst Hand angelegt und Ja zum Rittertum der närrischen Weisheit gesagt hatte. Bei ihm
war eben alles im Lot. Am Bau heißt es: „Sind der Bauleute zu viele, wird das Haus schief.“ Der Eulenorden hatte aber erst die Zahl 70 in der Mitgliederschaft mit Ewald
Lammert erreicht und setzte mit ihm 1999 den zweiten Stein nach Werner Geese in die Fassade des Eulenordens. „Mit ihm war fortan in den Ritzen und Fugen der
Fassade kaum Platz für Missmut, Muckertum und Antikarnevalismus“, so Walter Paßgang über Ewald Lammert.

Die Firma Heine, 1919 gegründet, war dank ihres jahrzehntelangen Erfolgs ein bundesweit positiver Imageträger für unsere Stadt.
Ewald Lammert, der seinen Beruf als lebenslange Berufung betrachtet, war viele Jahre Wegbegleiter der August Heine Baugesellschaft, die an vielen Projekten des
Strukturwandels in der Stadt und der Region beteiligt war. Heine baute mit der EVO das erste Heliumturbinenkraftwerk in Sterkrade oder auch die Müllverbrennungsanlage und die Studios von HDO an der Vestischen Straße in Osterfeld. Zu welchen Leistungen die Mitarbeiter von Heine und die Gesellschaft fähig waren, zeigen noch
heute weitere Projekte an der oberen Schwartzstraße neben dem Rathaus, die Gebäude am Willi-Brandt-Platz am Hauptbahnhof Oberhausen, das Sterkrader Tor,
die Stadtsparkasse, die Parkhäuser am Centro oder das Kodi-Zentrallager. Dazu kommen zahlreiche überregionale Großprojekte des Unternehmens.
Sachlich und kompetent brachte Ewald Lammert oft auch mit trockenem Humor Dinge auf den Punkt. Er hatte stets eine feste zukunftsorientierte Zuversicht;
Ehrlichkeit und ein Engagement für das kulturelle Leben in der Stadt zeichneten ihn unter anderem aus; das galt auch insbesondere für den Bereich des Brauchtums
Karneval. Er sorgte jährlich dafür, dass die Tieflader der Fa. Heine den Gesellschaften für die Umzüge in Oberhausen zur Verfügung standen.
Mit dem Ende der Firma Heine im Jahr 2013 musste er einen schmerzlichen Weg mitgehen. Es war nicht sein Weg, nicht sein Herzensweg; denn der war immer
geprägt von der Vorstellung, Expansion wagen zu müssen und dem Erneuerungsgeist zu folgen. Er konnte Brücken bauen zu Menschen, die auch seine
Kompromissfähigkeit schätzten. So werden wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Frau Margret und der Familie.

Walter Paßgang
Präsident