Eulenorden zieht Bilanz: „Eine Session, ohne sie zu spüren“

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Karneval in Oberhausen in Zeiten der Pandemie

Dirk Hein, ein Kenner der Oberhausener Karnevalsszene, zieht in einem Bericht vom 26. Februar 2021 Bilanz und hält die besonderen Momente des Karnevals in der Pandemie der Session 2020 /2021 in der WAZ – Ausgabe Oberhausen – fest.

Er schreibt u.a:
Zunächst als Bildunterschrift unter einem Foto von Oliver Mengedoht (Funke Foto Service):
„Im Januar 2020 konnte Präsident Walter Paßgang noch Kabarettist Kai Magnus Sting in den Eulenorden „Närrische Weisheit“ aufnehmen. Während der Corona-Pandemie mussten sämtliche Feste ruhen.“

Dann schreibt er weiter:

Eine ungewöhnliche Karnevalssessionen ist in Oberhausen beendet. Corona hat nicht nur Sitzungen verhindert. Doch der Eulenorden weckt Zuversicht.

Wie resümiert man über eine Karnevalssession, die es eigentlich gar nicht gegeben hat? In Oberhausen mussten die Narren auf einen amtierenden Karnevalsprinzen, sämtliche Karnevalszüge und schallende Prunksitzungen verzichten. Der Eulenorden „Närrische Weisheit“ spricht von einer Session, die keiner gespürt und richtig erlebt hat.

Trübe Zeiten. Doch sieht Walter Paßgang, Präsident des Eulenordens, mit etwas Abstand nicht doch Ansätze, die Mut machen? „Ich glaube ja, denn trotz extremer Einschränkungen durch die Maßnahmen gegen die Pandemie wurde der Karneval in der Bevölkerung nicht vergessen und wurden in den Vereinen immer neue und kreative Wege gefunden“, sagt der erfahrene Karnevalist. „Viele große und kleine Aktionen haben Corona-konform die Bürgerinnen und Bürger, die Vereinsmitglieder oder auch so manche Einrichtung erfreut.“

Wanderroute und Karnevalszug aus Lego

So verschickten einige Narrenvereine ihre Orden mit einem eigenen Taxi-Service und überreichten das Umhängsel dadurch ausnahmsweise kontaktlos. Durch eine neue Wanderroute können Nostalgiker die ehemalige Wegstrecke des Karnevalszuges von 1904 erkunden. Und junge Narren bauten den ausgefallenen Tulpensonntagszug durch Alt-Oberhausen kurzerhand aus Lego-Steinen nach.
„Nun gilt es, auf das Ende des Lockdowns zu hoffen und sich auf die neue Session vorzubereiten. Da in der Pandemie keine menschliche Nähe erlebt werden konnte, bleibt die Hoffnung, dass die neu gewonnenen Kontakte über die sozialen Medien oder sonstige Videobotschaften sich auf Dauer vertiefen lassen“, findet Walter Passgang. „Die bunten Facetten des Karnevals mögen in der nächsten Session kräftig blühen und zum erneuten Mitmachen begeistern.“

Zuversicht für das persönliche Seelenleben

Den Mut wollen sich die Narren jedenfalls nicht nehmen lassen. Paßgang setzt darauf, dass sich mit Hilfe des Humors so viele Blockaden wie möglich aus den Köpfen beseitigen lassen und das persönliche Seelenleben nach der Pandemie wieder aufgefrischt werden kann.