Corona treibt uns Narren Sorgenfalten auf die Stirn, aber nicht die Pappnase aus dem Gesicht!

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„Wir feiern auch 2021 Karneval! Die Frage ist nur: Wie?“

Kontaktsperren, Distanzgebot, Maske oder Visier, Verbot von Großveranstaltungen – wie soll man da noch feiern?
Man soll in die Armbeuge niesen und husten und anschließend den Nachbarn zum Schunkeln einladen!? Wie soll sich da närrische Fröhlichkeit entwickeln? Die Hand des Nachbarn ist tabu. Wie soll dann das Absingen von närrischen Ohrwürmern wie z.B. „Drink doch ene met, stell disch net esu ann (Bläck Fööss)!“ zum fröhlichen Miteinander einladen?

Ein erstes Fazit:
Mit dem Coronavirus steigt zwar die Entbehrung, aber bei den Narren nicht die Vorfreude auf Karneval. Karnevalisten können seit Gedenken mit dem Bazillus Carnevalis umgehen. Sie lassen sich von der Bakterie gern anstecken, denn dieser Edelbazillus verbreitet ansteckende Fröhlichkeit.

Das Coronavirus lässt dagegen Angst und Schrecken aufkommen. Es versetzt Menschen in potentielle Stimmungskrisen. Menschen verbinden mit Hamsterkäufen die Hoffnung, aus dem Hamsterrad der Angst ausbrechen zu können. Begriffe wie Beziehungskonflikte oder Lagerkoller machen die Runde.
Daher würde sich jeder in der menschlichen Gesellschaft darüber freuen, wenn wieder Normalität einkehren würde.

Wie sieht die Welt der Narretei derzeit aus!
Obwohl die Corona-Pandemie keineswegs überstanden ist, werden von Vereinen und Gesellschaften Säle gebucht und die Weichen für eine neue Session gestellt. Sämtliche Großveranstaltungen sind zunächst bis Ende August verboten. Jedoch sind es von da nur noch acht Wochen bis zum Hoppeditzerwachen.

Virologen beobachten die derzeitige Lockerung der Bestimmungen mit Argwohn: Vermehrte Kontakte zwischen Menschen könnten zu einer zweiten Infektionswelle führen, zumal man erfahrungsgemäß im Herbst oft mit einer Influenza-Grippe rechnen muss. Also sind Körperkontakt, unbeschwertes Feiern – solange es noch keinen Impfstoff gegen Covid-19 gibt – unmöglich.

Der Karneval mit Schunkeln, mit „Küsschen links, Küsschen rechts“ lebt von der Nähe, nicht vom Abstand. In der Corona-Pandemie aber kann man auf Abstand und soziales Distanzieren nicht verzichten, denn wenn das nicht eingehalten wird, droht der komplette Shutdown. Das wäre nicht auszudenken.

Äußerste Disziplin ist unabdingbar. Dazu sind die guten Tugenden wie Demut, Friedfertigkeit, Geduld gefordert. Wir alle wissen, dass die Menschen diesbezüglich derzeit auf eine harte Probe gestellt werden. Aber nur mit Geduld erreichen wir unser Ziel: 2021 mit Freude und Frohsinn Karneval zu feiern, um sich wie immer im Karneval vom Alltagsstress zu befreien.

Nach dem aktuellen Stand der Dinge können auch wir im Eulenorden aus Sorge vor einer neuen Infektion nicht zum Mitfeiern einladen.
„Das Eulennest ist zwar krisenfest“ – aber nur, wenn wir zuhause bleiben, vor allem weil ein großer Teil unseres Gremiums zur Risikogruppe der Älteren gehört. Daher gilt für uns alle: „Eulen bleibt gesund und munter – 2021 wird es dafür bunter“!

Unsere Programmideen liegen auf Eis!
Eine Idee im Eulenorden entstand, sich zusammenzufinden, um gemeinsam mit dem nötigen Abstand nur Karnevalslieder zu singen. In Köln und auch in anderen Städten gibt es diese Mitsingabende im Karneval schon länger. In Oberhausen ist dieses „Rudelsingen“ außerhalb der fünften Jahreszeit auch bekannt. Ein lang gehegter Wunsch sollte in diesem Jahr bei der Verleihung des Preises des Eulenordens Ende November im Gdanska umgesetzt werden. In der Vergangenheit fehlte es an der entsprechenden „Rampensau“, dem attraktiven Vorsänger / der Vorsängerin. Nun könnte das „Rudelsingen mit Karnevalsliedern“ umgesetzt werden, wenn es nicht das Singverbot gäbe.

Der Abend sollte unter dem Motto stehen: „Dat is ne jode Laden he“ (Höhner).
Es ist nicht an „Ballermannhits“ gedacht, sondern es sollen mehr klassische Kölner Lieder von z.B. Willi Ostermann, Karl Berbuer, aber auch von Kasalla, Bläck Fööss und anderen Größen aus dem Karneval gesungen werden. Doch noch ist das Singverbot nicht aufgehoben, und selbst wenn auch das Abstandsgebot eingehalten werden könnte, wäre der Mundschutz kontraproduktiv. Obwohl: Karnevalisten lieben die Gags! Wer weiß, was uns noch alles dazu einfallen könnte.

Eine Karnevalssitzung wie unseren „Prinzenempfang mit Verleihung des Eulenordens“ kann es Ende Januar 2021 nicht geben. Es gibt nach den Entscheidungen des Hauptausschusses Groß-Oberhausener Karneval für 2020 / 2021 keinen Prinzen. Und nur eine Eulenordensverleihung nach dem Motto: „Karneval auf Distanz“ ist mit den Grundsätzen unseres Brauchtums nicht zu vereinbaren. Eine Abstandssitzung mit einem Pappkameraden zwischen sich und dem nächsten Gast wäre zwar ein weiterer Gag für die Bütt, aber nicht die karnevalistische Art, Humor zu leben.

Es könnte zwar sein, dass mit der Pandemie die Karnevalsformen unseres Brauchtums hinweggefegt würden und sich möglicherweise neue Traditionen entwickeln würden – wer weiß? Vieles kann man sich vorstellen – nur eines nicht: eine komplette Absage des Karnevals. Weihnachten oder Ostern fallen auch nicht aus.

Der Hauptausschuss des Groß-Oberhausener Karneval hat sich somit richtig verhalten, wenn auch von einigen immer behauptet wird, das Ganze sei im Moment eine große „Glaskugel-Guckerei“. Natürlich sollte man im Kopf und auf dem Schreibtisch der Verantwortlichen in den Vereinen und Verbänden zweigleisig fahren. Man plant also das „Regulär“ und fasst das „Sowohl – als auch“ ins Auge. Orientierungen oder Erfahrungen mit Ausfällen gibt es nicht viele wie z.B. 2016 das Sturmtief Ruzica oder 1991 der Golfkrieg.

Aber auch mit diesen Ereignissen hat Karneval damals überlebt. Nach dem Motto: „Wir sitzen alle in einem Narrenschiff“, darf aber trotzdem niemand auf den Kosten der Vorbereitung sitzen bleiben. Daher wäre eine Entscheidung auf Bundes- oder Landesebene immer die sichere Bank für alle Vereine und Verbände bei der Anmietung von Räumlichkeiten oder für die Verträge mit Künstlern und Aktivisten.

Die letzte halbe Stunde vor großen Bundesligaspielen ist die emotionalste Zeit für jeden Fan vor jedem Spiel. Und auch das kennen wir vom Karneval. Man fiebert in der Sitzung einem Höhepunkt entgegen, dem Einzug des Prinzen, der bekannten Musikgruppe oder dem Auftreten herausragender Künstler in der Bütt. Im Straßenkarneval wartet man mit Spannung auf den großen Zug, freut sich auf die drei tollen Tage. Auf alles das sollen wir nun verzichten? Kaum vorstellbar! Daher halten wir Karnevalisten es mit der trostspendenden Versicherung: „Nichts ist aufgehoben, sondern nur aufgeschoben.

Wir im Präsidium des Eulenordens werden jetzt kreativ über das pulsierende Leben im Nest der Eulen nachdenken. Es war immer so, dass nachfolgende Generationen in Krisenzeiten Neues und Inspirierendes geschaffen haben. In der Krise zeigt sich: Im Menschen verbirgt sich mehr, als man in „normalen“ Zeiten ahnen kann. Ein geheimnisvolles Reservoir für Fröhlichkeit kann gerade in der Not aktiviert werden. Wir wollen aufbrechen, aufbauen, Neues anpacken – zum Wohle der Tradition in unserem Eulenorden und im Brauchtum Karneval.

Wer Ideen hat, sollte sich bei uns im Präsidium melden und diese Überlegungen vortragen! Alle Hinweise, Ratschläge und Ideen werden wir in unsere Überlegungen und Beratungen mit einbeziehen und dann versuchen, die Weichen für diese „närrische“ Session 2020/2021 zu stellen.

Über das Coronavirus als Feind des Menschen, bleibt am Schluss nur zu sagen:

In der Bibel steht geschrieben:
„Du sollst auch deine Feinde lieben!“
Was da so locker steht in einem Guss
es ist in Corona-Zeiten – für uns ne harte Nuss.

Einem Bösewicht und Gegner zu verzeihn,
das kann doch wohl nicht möglich sein?
Doch zu allen Zeiten wird es Menschen geben,
die „mit der Fröhlichkeit des Narren anders leben“.

So wollen wir fröhlich lachen, schunkeln, singen
und weiterhin den Menschen Freude bringen.
Mit Fröhlichkeit kann man ganz anders leben
und auch in Zeiten von Corona Freude geben.

Wir gehen diesen Weg in aller Namen –
bleibt gesund und fröhlich: Amen.

Für das Präsidium
Der Präsident

PS. Sie erinnern sich noch an die Aktion von Oliver Mebus und Hans-Hermann Mleczak: Prinzenempfang 2019 – Verkauf von Eulengeist – ein Getränk zur Freude und Verdauung. Der Erlös der Aktion liegt noch auf unserem Konto. Nun gibt es eine ökumenische Aktion des Caritasverbandes 17 Familien mit 63 Personen wöchentlich mit einer Mahlzeit über das Bistro „Jedermann“ zu versorgen (Pro Person 3.50 € –von Ehrenamtlichen wir das Essen verteilt). Es handelt sich um ausgesuchte Familien die in wirtschaftlichen und persönlich schwierigen Verhältnissen (auch durch Corona) stecken. Das Präsidium mit den „Protagonisten Mebus und Mleczak“ haben entschieden, dem Caritasverband für die Aktion „Sozialprojekt „Gesunde Familien-Mahlzeiten to go“ den Betrag von 800 Euro zur Verfügung zu stellen.