Bericht über den Prinzenempfang mit Verleihung des Eulenordens am 26. Januar 2020

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Viel Prominenz beim Prinzenempfang mit Verleihung des Eulenordens „Närrische Weisheit“
Helau war das wichtigste Wort und gleichzeitig ein Hochruf auf den Oberhausener Karneval und das traditionelle gesellschaftliche Ereignis der Stadt. Über 500 teils geladene Gäste aus Gesellschaft, Politik, Sport und dem Karneval nahmen am 26. Januar 2020 an der Veranstaltung teil.
Was genau im Saal Berlin des CongressCentrums der Luise-Albertz-Halle (LAH) passierte, wer die Gäste zum Lachen, Nachdenken oder Tanzen brachte, wie die Ordensverleihung verlief – hier können Sie es nachlesen:

Es sollte eine große Gala werden, zu der seine Tollität Prinz Dirk I. (Loege) geladen hatte. Die Verantwortung für die Gestaltung und die Durchführung der Veranstaltung lag allerdings bei den Rittern des Eulenordens und die verbundene Verantwortung von Innovation und Tatkraft lagen insgesamt beim Präsidium: Präsident Walter Paßgang, Vizepräsident Bernhard Elsemann, Schatzmeisterin Jutta Kruft-Lohrengel und dem Schriftführer Werner Overkamp.

Unterstützt wurde der Festakt von einer großen Zahl von Sponsoren, denen der Präsident des Eulenordens gleich zu Anfang dankte und dann eine lange Kette von Aktiven unter dem Jubel der Gäste vorstellte:
Die Standartenträger aller Oberhausener Karnevalsgesellschaften, das Tambourcorps Rheinklänge Buschhausen 1922 e.V., Ltg. Norman Schürmann, die Bergkapelle Niederrhein e.V., Ltg. Helmut Nowok, das Traditionskorps KG Blaue Funken Oberhausen 1965 e.V., Präsident Michael Hünseler und Kommandant Ingo Dohmen, die Abordnungen der Jubiläumsgesellschaften KG Blau-Weiß Styrumer Löwen 1953 e.V., Präsident Dirk Hesshaus, und der KG „Echte Fründe 2009“ e.V. mit dem Geschäftsführer Volker Fritz. Gravitätisch schritt die beeindruckende Schar der Ritter des Eulenordens mit ihren dekorativen Zylindern und dem typischen weißen Schal à la Johannes Heesters in den Saal und beglückte das närrische Volk mit „kuscheligen Wurfeulen“, was beim Publikum gut ankam. Noch weit nach der Veranstaltung kam immer wieder die Frage auf: „Gibt es noch eine Eule für unser Enkelkind?“ Gleiches galt für die neu aufgelegten Eulensticker, die für einen guten Zweck erworben werden konnten.

Wenn die Korpsgesellschaften in den Saal einziehen, ist immer auch mindestens eine Frau dabei: Hier waren es Vanessa als Maketenderin und Marina als Ehrenmarketenderin der Blauen Funken, die zusammen mit den Tanzoffizieren und Garden auf der Bühne für Stimmung sorgten und ihr tänzerisches Können unter Beweis stellten.
Übrigens: Das Ganze fand auf einer von Mario Hochmuth und seinen Helferinnen und Helfern toll dekorierten Bühne statt.

Es folgte dann die Ordensverleihung.
Orden werden im Karneval allgemein als Anerkennung für besondere Verdienste verliehen und im Eulenorden im Besonderen für ein beispielhaftes und vielfältiges soziales, kulturelles oder sportliches Engagement in unserer Stadt. Dieses Erlebnis erfahren die Oberhausenerinnen und Oberhausener während des Prinzenempfanges schon seit 1963.
In diesem Jahr wurde der Vorsitzende des Stadtkatholikenrates und Mitglied des Vorstandes der Stadtsparkasse Oberhausen Thomas Gäng geehrt. Walter Paßgang würdigte als Präsident der Ritter des Eulenordens bei Thomas Gäng besonders sein vielfältiges soziales Engagement und stellte seine Verdienste um die lokale Wirtschaft in unserer Stadt in den Fokus der Aktivitäten. Thomas Gäng übernimmt als Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse, als Vorsitzender des Katholikenrates und als Ehrenamtler in zahlreichen Fördergremien herausragende Mitverantwortung für das lokale Geschehen. Er geht nun als Mitglied Nummer 110 in die Annalen des Eulenordens ein.
Der Kabarettist, Autor, Schauspieler und Moderator Kai Magnus Sting wurde als Mitglied 111 eingeschrieben und von Walter Paßgang für seine herausragenden Verdienste um das kulturelle Leben in Oberhausen geehrt und mit dem Eulenorden ausgezeichnet. Kai Magnus Sting gehört als Kabarettist und Autor seit zwei Jahrzehnten zu den wichtigsten Humor-Botschaftern des Ruhrgebiets. Mit schnoddrigem Sprachwitz, selbstironischem Lokalkolorit und klugen Beobachtungen alltäglicher Absurditäten hat er sich in Oberhausen eine große Fan-Gemeinde erarbeitet. Das „Ebertbad“ als beliebteste Kleinkunst-Bühne unserer Stadt ist Kai Magnus Sting längst zum zweiten Wohnzimmer geworden.
Die Laudatio auf Thomas Gäng hielt der Ehrenvorsitzende der 1. KG Königshardt und Ritter des letzten Jahres Hans-Hermann Mleczak. Für Kai Magnus Sting stieg ein weiteres Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse in die Bütt: Oliver Mebus, auch Ritter des letzten Jahres.
Dirk Hein schrieb am Montag, 27. Januar 2020, in der WAZ: „So durfte der Königshardter Macher Hans Hermann Mleczak für Thomas Gäng gleich höchste Töne anstimmen. ‚Ja, der Eulenorden feiert heut’‘, sang Mleczak, von zwei musikalischen Profis flankiert, persönlich ins Mikrofon. Dazu gaben Tanzmädchen in Feder-Kostümen die Schrittfolge vor. Ein stimmiges Hallo im großen Kreis.“
Und weiter schrieb er über Oliver Mebus, dass dieser seinem Vorstandskollegen und Vorjahres-Neuling im Eulenorden Thomas Gäng den Staffelstab in Form des Mikrofons gleich in die Hand drücken durfte. „Der Oberhausener Sparkassen-Chef zog die künstlerischen Striche für Neu-Eule Kai Magnus Sting. Ein Name, der tatsächlich auch Programm ist. Denn der Kabarettist aus Duisburg, auf Oberhausener Bühnen häufig gesehen, trägt keinen Künstlernamen. Wie bei seinen Eltern steckt im Spaßmacher 100 Prozent Sting. Für herzhafte Lacher sorgte ein jeck verfälschtes Interview-Video mit dem Gitarristen Sting.“

Im Karneval ist es üblich, dass das jubelnde Publikum einer Veranstaltung mit einer Rakete deutlich macht, wie sehr der Vortragende oder Geehrte auf der Bühne begeistert hat. Dieses Ritual wird dreimal wiederholt und endet mit einem ebenso dreifachen Helau. Zu diesen drei Stufen der Gunstbezeugung rief der Präsident auch dieses Mal auf – und nicht einmal – und das närrische Auditorium folgte begeistert diesem Ritual.
Es sei noch angemerkt, dass die Zahl 11 im Karneval für viel Symbolik sorgt. So hat die Zahl 110 und 111 für die diesjährigen Mitglieder im Eulenorden auch eine besondere Bedeutung.

Es folgte bei diesem wichtigen gesellschaftlichen Ereignis für unsere Stadt der große Einzug des Stadtprinzen Dirk I. (Loege) – in der aktuellen Session bestehend aus Prinz Dirk I., Hofmarschall Marcel Habendorf, Minister Michael Balozzi, den Paginnen Lisa, Mandy und Steffi und dem Fahrer Niko Lerm. Ludger Decker, der Präsident des Hauptausschusses Groß Oberhausener Karneval, übernahm die Vorstellung.
Zu Ehren aller im Saal und zur Freude seiner Tollität tanzte seine Prinzengarde passend zu seinem Motto: „Mit neuem Schwung und Tradition lasst uns tanzen durch die Session!“. Begleitet wurde er auch von dem tollen und souveränen Stadtkinderprinzenpaar Kai II. (Liegmann) und Talina I. (Peters) mit den Begleitungen Gabi Pitsch, Nicole Burger und Ina Diebels nach dem Motto: „Die Narrenwelt in Kinderhand, gemeinsam außer Rand und Band!“

Oft lief den Verantwortlichen die Zeit davon, was die Narren nicht vom Lachen und Klatschen abhielt. Einer der Großen im Kölner Karneval, JP Weber, sollte mit seiner Flitsch zur Gänsehaut des Vormittags beitragen. Er verkörpert den Kölner Karneval wie früher der unvergessene Hans Süper aus dem Colonia Duett. Auch die Flitsch, die er mitbrachte, hatte schon Hans Süper gespielt und sie ihm schließlich überlassen. Der Auftritt war eine Zeitreise durch den Kölner Karneval, aber auch eine Hommage an das Motto der Kölner „Et Hätz schleiht em Veedel!“ und somit an die 86 Veedel der Stadt Köln. Er schaffte es mit seinem Auftritt, die ersten Standing Ovations des Vormittags heraufzubeschwören.
Unter diesem Eindruck wurden die Türen zum Festsaal der LAH weit geöffnet. Die Prinzengarde Köln von 1906 e.V. hielt Einzug und vermittelte ein rot-weißes Bild – festlich närrisch und begeisternd. Kommandant Marcel Kappestein, das Tanzpaar Sandra Wüst mit dem Tanzoffizier Tommy Engel begeisterten mit ihrem gekonnten Spiel. Es war, als würden die Klüngelköpp den Narrenhimmel besingen: „Wenn am Himmel de Stääne danze und’r Dom sing Glocke spillt!“ Ja, alle im Saal fühlten sich „doheim in Kölle“ oder auch am Ring. Und man spürte, was Heimat in Köln bedeutet. Es geht nicht um das Brot, das dort besser schmeckt, der Himmel dort höher ist, die Luft würziger oder die Stimmen kräftiger schallen und sich der Boden leichter begehen lässt. Nein, es ist die Liebe und die Sehnsucht zur Heimat, zur Mutter Colonia, während wir im Pott dem Bergmanns-Kult frönen.

So jagte ein Höhepunkt den nächsten. Und die Danksagungen der neuen Ritter hatten es ebenfalls in sich. Thomas Gäng griff zum Abschluss seiner dankenden Worte zu seiner Gitarre und lud zum Mitsingen ein. Er blieb auf den kölnischen Wogen der Heiterkeit mit: „Drink doch eine met!“. Die Popularität dieses Liedes wurde immer auch als „Solidaritätslied“ der Bläck Fööss erklärt und Thomas Gäng weckte mit diesem Lied ebenso Gemeinschaftsgefühle wie Wohlbefinden.

Doch was dann über die Lippen von Kai Magnus Sting kam, übertraf alle Erwartungen. In seiner Antwort auf die Auszeichnung mit dem Eulenorden unterhielt er das begeisterte Publikum mit Charme, intelligentem Witz und schneller Zunge über die Absurdität des Alltags im Ruhrgebiet. Trockener Ruhrpott-Humor wurde begeistert kommentiert. Alle Gäste im Saal bekamen so richtig was auf die Ohren, als er mit schmetterndem Detailreichtum sein „Hömma!“ über „Krisse!“ und „Sisse!“rausbrachte. Dabei blieb kein Auge trocken. Ich möchte dazu sagen:
„Bravo, Bravissimo, Junge, du warst in Form, denn dein ‚Fortissimo‘, das war enorm. Bravo, Bravissimo! Junge, du machst uns froh. Weiter, immer weiter so. Bravo, Bravissimo!“ Das lässt sich mit Kai Magnus Sting zukünftig auch auf das Ordenskapitel „Närrische Weisheit“ singen. „Glück auf – liebe Eulen!“

Und dann war da noch das Finale! 1985/1986 war ich als Karnevalsprinz Walter II. (Paßgang) in der Stadt unterwegs. Damals musste der Prinz noch in der Kürung des nächsten Prinzen – 1986/1987 Harald I. (Elsing) –im November in vollem Ornat aufmarschieren. Dieses Ritual wurde später geändert. Im Jahr 1986 hatte sich zusätzlich etwas entwickelt, das später – ja bis heute – sich als etwas Einzigartiges herausstellen sollte, etwas, was es im Bund Deutscher Karneval noch nicht gab: den großen Gemeinschaftstanz der Oberhausener Garden. Die einzelnen Garden fügen sich nicht nur in ihren herrlichen Kostümen zu einem bloßen bunten Gemälde zusammen, sondern bilden eine mit Musik und Tanz schwungvoll hervorragende, großartige und einmalige Formation für Augen, Ohren und Herz.

Diese Tradition über Auftritte beim ZDF oder in der Arena Oberhausen setzte sich also im Finale bei der Eulenordensverleihung am 26. Januar 2020 in der LAH fort. An dieser Stelle sollen alle 12 Garden des Gemeinschaftstanzes nochmals namentlich zur Geltung kommen:

  • AOK – Melanie Schneider und Celina Arnost
  • WaGaSchei – Nadine Möhler
  • HOAG – Petra Köhler
  • Glück Auf – Melina Hinzer
  • Harmonie – Christina Greca
  • Müllschlucker – Jaqueline Pilepp
  • Blaue Funken – Sarah Gotthard
  • GOK – Elisabeth Greca
  • Styrumer Löwen – Petra und Isabell Lück
  • Regimentssterne – Carolin Dubbert
  • Sterkrader Raben – Claudia Metzler und Denise Scholten
  • KGK – Vanessa Beyer, Tanja Mölleken und Anna Bode
  • Gesamtleitung: Sarah Gotthard – Organisation: Gabi Groesdonk

Abschließend bleibt über alles festzuhalten:
Wenn am Ende beim Gemeinschaftstanz Körper durch die Halle wirbelten, Füße sich schwebend über den Boden bewegten und Arme und Beine sanft wie Wellen auf dem Narrenmeer schwammen, dann war das auch sprichwörtlich für die ganze Veranstaltung.

Der Karneval in Oberhausen ist vorwärtsgerichtet, tolerant und weltoffen. Der Stoff, der die Leuchtraketen steigen lässt und die „Hallodriafalten“ bei den älteren Karnevalisten glattstreicht, wird in den Gesellschaften hergestellt. Künstler und Stars nahmen am Ende auch in Oberhausen, dem Wunderland des Karnevals, immer gerne den Applaus als Dank entgegen.
Doch vor dem Schlussakkord und vor dem letzten Applaus muss man sich stärken. Dazu hatten Sam Terbeck und Sandy Gorny von der CCO-Eventgastronomie im Saal London einen schmackhaften Imbiss angerichtet.

Bei mir war es so, dass ich das, was ich morgens abgenommen hatte, erst abends daheim im Kühlschrank fand. Das kommt auch daher: Zum Essen keine Zeit, aber zum Feiern bis zum Abwinken!

Danke sagen wir Ritter des Eulenordens auch dem gesamten Team, welches uns an diesem Tag begleitet hat:
Kristina Tingler, Olaf Lawrenz, Werner Dohmen, Jörg Hundgeburth, Philipp und Steffi Hennig und Jan Oliver Althoff – dem Personal der Halle und der Gastronomie, den Hilfsorganisationen und Helfern an der Garderobe.

Bis zum 31. Januar 2021 heißt es: Wegen Eröffnung geschlossen – und doch ist ein Schlussgedanke noch wichtig:
Zu bemerken bleibt, dass beim gemeinsamen Frühstück der Ritter des Eulenordens Stadtdechant Dr. Peter Fabritz in seiner kleinen „Morgenandacht“ mit Blick auf den Tag nicht nur dem Herrgott für ein wunderbares Fest dankte, sondern auch an den 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau erinnerte.
„Die Zeitzeugen und Überlebenden des Holocaust verstummen allmählich. Ihr Erbe aber muss Verpflichtung bleiben – nicht nur bei institutionalisierten Gedenkfeiern“.
So verbanden sich schon morgens Frohsinn mit Nachdenklichkeit.

Danke an alle für einen schönen Tag!

Walter Paßgang